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Archiv der Woche 4/2000 (24. Januar bis 28. Januar 2000)
Hier finden sich folgende Tages-Einträge:
| Freitag, 28. Januar 2000 | Das Jahr 2000 und die Planeten |
| Donnerstag, 27. Januar 2000 | Nur noch ein bisschen warten |
| Mittwoch, 26. Januar 2000 | Denkende Computer und ihre Käfer |
| Dienstag, 25. Januar 2000 | Was ist los mit dem Oel? |
| Montag, 24. Januar 2000 | Medien? |
| Freitag, 28. Januar 2000 | Das Jahr 2000 und die Planeten | Vortag |
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Schon fast Ende Januar ist's, und spannend könnte es nächste Woche werden, wenn jede Menge Rechnungen für den Januar verschickt, jede Menge Löhne gezahlt und jede Menge Januar-Statistiken berechnet werden müssen, und dabei viele Programme und Programmteile sich zum ersten Mal werden bewähren müssen. Mal sehen, wie reich die Beute an neuen Jahr-2000-Phänomenen sein wird. (Aber Sie wissen ja: Keine Katastrophen bitte, dies hier ist jetzt eine (fast) politisch korrekte Website.) Für den Abschluss dieser Woche muss ich mich mit einer von mir aus gesehen eher kuriosen Sache begnügen: Am 5. Mai 2000 werden alle von der Erde aus mit blossem Auge sichtbaren Planeten und der Mond alle am praktisch derselben scheinbaren Ort am Himmel stehen, innerhalb eines einzigen Sternbildes. Eine solche Konstellation ist ein recht seltenes Ereignis - etwas Vergleichbares gibt es erst wieder 2675. Jemand hat nun die Theorie aufgestellt, das Jahr 2000 sei nicht zufällig das Jahr 2000, sondern man habe bei der Festlegung unseres Kalenders vor etwa 1600 Jahren diesen extra so festgelegt, dass genau das Jahr 2000 erreicht sein wird, wenn die beschriebene Planetenkonstellation eintritt - als würdigen Rahmen für dieselbe und zur Unterstreichung der Bedeutung derselben. Mehr hierzu mit einigen ganz interessanten astronomischen Informationen findet man unter http://www.calendersign.ric.at/deutsch/konjunktion2000zufall.htm. Gut, sehen wir so schlecht, sonst würden diese Konstellationen noch viel weiter auseinanderliegen, da mehr Planeten richtig stehen müssten, und gut, haben die das damals von Hand und nicht mit Hilfe eines Y2K-unfähigen Programms ausgerechnet... Zu guter Letzt noch dies: Es sieht so aus, als könnte das Jahr 2000 ein sehr gutes Jahr werden für Heiraten. Wegen der Attraktivität der runden Zahl werden wesentlich mehr Heiraten erwartet als in den vorangegangenen Jahren. Und ein schlagend einleuchtendes Argument für eine Heirat jetzt enthält der diesbezügliche Artikel unter http://cnn.com/2000/US/01/27/love.bug.reut/index.html auch gleich noch: Es ist viel einfacher mit dem Rechnen, wieviele Jahre man bereits verheiratet ist. |
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| Donnerstag, 27. Januar 2000 | Nur noch ein bisschen warten | Vortag |
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Mein Jahr-2000-Phänomen für heute: Eine Zweigstelle der Einkommenssteuerbehörde Grossbritanniens in Wales hat etwa 4000 Steuerformulare verschickt mit dem Datum 4. Januar 1900. Interessanterweise liefen gerade in den letzten Wochen im britischen Fernsehen Spots, um die Leute dazu zu bringen, ihre Steuern rechtzeitig zu zahlen, unter Androhung einer Busse von 100 Pfund bei Verpassen des Termins. Siehe http://www.theregister.co.uk/000123-000006.html. Und noch ein kurzer Nachtrag zur Sache mit dem Erdöl von vorgestern: Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, müssen Sie bei Gary North reinschauen, unter http://www.garynorth.com/y2k/latest_.cfm. Er scheint im Moment so ziemlich alles zusammenzutragen rund um die sich entwickelnde Krise auf diesem Sektor. Vielleicht denkt er sich, dass es mangels Jahr-2000-Krise zur Not auch eine Erdöl-Krise tut... Ich habe mich am letzten Mittwoch (siehe 20. Januar 2000) darüber ausgelassen, dass die Leute in Bezug auf Y2K nicht das gemacht haben, was sie in Umfragen angegeben hatten, sie würden tun. Ich möchte heute ein paar Worte verlieren über mögliche Gründe. Zuerst einmal etwas, das meiner Meinung nach kaum der Hauptgrund gewesen sein kann: gute Nachrichten. Ich kenne keine Meldungen oder Ankündigungen in den letzten Monaten vor 2000, die so überzeugend positiv waren und einen problemlosen Jahreswechsel als so wahrscheinlich erscheinen liessen, dass die Leute deswegen in Massen die Meinung wechselten und sich sagten: "Ach, wenn das so ist, brauche ich mich ja auch nicht vorzubereiten." Natürlich gab es jede Menge Erfolgsmeldungen, aber die hatte es schon sehr früh gegeben, etwa bereits 1998. Zu den Zeitpunkten der Umfragen hatten die Leute bereits mehrere Monate Berieselung mit positiven Meldungen über Y2K hinter sich und gaben trotzdem an, sie hätten vor, sich vorzubereiten. Ich bezweifle, ob einfach ein paar Monate länger in diesem Stil wirklich den grossen Unterschied gemacht haben. Ich sehe mittlerweile folgendes Szenario als das wahrscheinlichste an: Die Leute haben in den Umfragen im Wesentlichen die Wahrheit gesagt - es hatte tatsächlich jeweils ein grosser Prozentsatz vor, sich vorzubereiten. Aber dann nahte der Zeitpunkt für die konkrete Durchführung - der "point of no return", wo man sackweise Lebensmittel hätte nach Hause schleppen müssen und vielleicht von den Nachbarn dabei erwischt worden wäre, oder wo man tatsächlich eine substantielle Menge Geld hätte in die Hand nehmen müssen, um Dinge zu kaufen. Und jetzt geschah - erst einmal kaum etwas. Noch ein bisschen überlegen - soll ich oder soll ich doch nicht? Ich warte vielleicht noch ein bisschen. Oder vielleicht wird Y2K doch nicht so schlimm? Eine Menge Arbeit, diese Vorbereitung, die muss noch etwas warten, bin im Moment zu sehr im Stress. Sie wissen schon: die 100 Gründe, mit denen man etwas Unangenehmes vor sich herschiebt. Für ein Beispiel für ein solches Verhalten muss ich nicht lange suchen: Ich bin selbst "so einer". Ich habe mich zwar bis zu einem gewissen Grad vorbereitet, hatte aber viel mehr vorgehabt, als ich wirklich durchgezogen habe. Hin und her überlegt, ob ich tatsächlich so weit gehen und Massnahme X oder Massnahme Y ergreifen soll, aber plötzlich war der Stichtag vor der Tür und die Zeit abgelaufen. Etwas anderes hat noch eine Rolle gespielt. Ich glaube, viele Leute waren so nah dran, etwas zu unternehmen, aber der endgültige Auslöser, der "trigger", kam nicht. So wie es nie ein unzweifelhaft positives Ereignis gab, gab es auch nie ein unzweifelhaft negatives Ereignis, das in der Lage gewesen wäre, den Leuten einen Ruck zu geben. |
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| Mittwoch, 26. Januar 2000 | Denkende Computer und ihre Käfer | Vortag |
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Heute ein Eintrag mit Gedanken, die ich schon vor Monaten mal loswerden wollte, aber bei denen bisher nicht dazu kam, sie in einen Eintrag zu verpacken, und ein paar neueren Gedanken: Man konnte sie immer und immer wieder lesen und hören im Vorfeld von Y2K: Sätze wie ... und dann denkt der Computer, er sei im Jahr 1900 statt im Jahr 2000, ... oder ... der Computer nimmt dann fälschlicherweise an, es sei das Jahr 1900.... Das Problem mit solchen Aussagen: Wohlwollend betrachtet sind sie irreführend, weniger wohlwollend betrachtet sagenhafter Unsinn. Warum? Ein heutiger Computer denkt nicht, und er ist auch nicht in der Lage, etwas anzunehmen, weil er nämlich viel zu dumm ist, um eine Meinung zu haben. Man kann es auch so betrachten: Dass ein heutiger Computer nichts denkt und nichts annimmt, ist gerade ein Teil des Problems! Wenn es nämlich nur darum ginge, dass der Computer irrtümlicherweise denkt, es sei das Jahr 1900, könnte man ihm ja einfach sagen, es sei das Jahr 2000, und die Sache wäre geritzt. Ok, ok, ich weiss, dass kaum jemand mit einer Ahnung von Computern bei Sätzen über Computer mit Verben wie "denken" drin tatsächlich annimmt, die Kisten seien in der Lage, zu denken. Aber ich möchte gerne mal wissen, wieviele Prozent der Gesamtbevölkerung nie richtig verstanden hat, warum Y2K so ein Riesenproblem sein soll, weil man schliesslich dem Computer nur irgendwie mitteilen müsste, dass es jetzt 2000 ist. Wenn wir schon mal dabei sind, völlig seelenlosen und absolut un-lebendigen Dingen Bewusstsein und Absichten zuzuschreiben, kann ich ihnen noch kurz eine diesbezügliche Charakterisierung eines besonderen Tierchens liefern, nämlich des "Y2K bug", des Jahr-2000-Käfers: Der Jahr-2000-Käfer lebt im Innern von Computern. Er ernährt sich davon, dass er Leute beisst, die die Computer verwenden. Als Reaktion auf die Bisse entwickeln die Leute Symptome wie Aerger oder sogar Wut. Wenn sich die Käfer aus dem Innern der Computer hervorarbeiten, um an die Leute zu kommen und diese zu beissen, stören sie den Computer im Betrieb, so dass die gerade laufenden Programme dadurch Unsinn produzieren oder sogar komplett abstürzen. Der Jahr-2000-Käfer ist eines der geduldigsten Tiere im ganzen Tierreich. Manche Exemplare schlafen monatelang in Computern, ohne sich zu rühren, bevor sie für die Anwender völlig unerwartet doch noch zubeissen. Diese möglicherweise sehr lange Zeit ohne Nahrung überstehen sie völlig schadlos. Der Jahr-2000-Käfer versteckt sich in seiner Ruhephase zwischen Programmzeilen und besitzt dabei eine erstaunlich gute Tarnung: Selbst geübten Programmierern kann es passieren, dass sie einen Jahr-2000-Käfer völlig übersehen, obwohl er sich direkt vor ihrer Nase zwischen zwei Programmzeilen befindet. Weil sich der Jahr-2000-Käfer nach einem Biss sofort wieder versteckt, haben ungeübte, normale Anwender sowieso praktisch keine Chance, je einen Jahr-2000-Käfer selbst zu Gesicht zu bekommen, sondern merken nur indirekt anhand der geschilderten Symptome und der abstürzenden Programme, dass etwas nicht stimmt. Leider zeigt sich bisher die Chemische Industrie völlig desinteressiert, ein Pestizid gegen den Jahr-2000-Käfer zu entwickeln, und so wird uns diese Plage sehr wahrscheinlich noch eine ganze Weile beschäftigen. |
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| Dienstag, 25. Januar 2000 | Was ist los mit dem Oel? | Vortag |
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Erst vor ein paar Tagen, am letzten Donnerstag (siehe 20. Januar 2000), habe ich im Zusammenhang mit dem Ausfall einer grossen Erdölraffinerie in Venezuela dafür plädiert, kritisch zu bleiben und nicht gleich hinter jedem Problem eine Folge von Y2K zu vermuten. Nun, soviel ich weiss, gibt es zwar nichts Neues über diese spezielle Raffinerie, aber gewisse Ereignisse rund um das Erdöl im allgemeinen verwirren mich doch zunehmend. Hier sind die Gründe dafür: Ein gewisser Paul LeBlanc vertritt seit einigen Tagen in comp.software.year-2000 mit einer Vielzahl von Postings den Standpunkt, es würden sich im Moment recht gravierende Probleme im Bereich Erdöl entwickeln, bei denen zumindest die Frage berechtigt sei, ob sie etwas mit Y2K zu tun haben könnten. Ich war am Anfang ausgesprochen skeptisch - gebranntes Kind scheut das Feuer, speziell, wenn es um "embedded systems" wie etwa bei Erdölraffinerien geht. Ich muss aber zugeben, dass es LeBlanc vor allem gestern gelungen ist, einige interessante Informationen zu Tage zu fördern. Dazu gehört die Seite unter http://www.nckodokan.com/charts/crude.html. Wenn die dort angegebene Grafik stimmt, gab es alleine bisher im Januar 2000 mehr Meldungen von Problemen in der Erdölindustrie als im ganzen Jahr 1998 und schon bald einmal soviele wie im ganzen Jahr 1999. Die Informationen in der Tabelle der gemeldeten Probleme sind genügend detailiert, dass man sie verifizieren könnte, was ich allerdings bisher nicht getan habe. Andererseits scheint mir die Angabe, dass es 1999 viel mehr Meldungen gegeben haben soll als 1998, nicht so recht mit einer Y2K-Theorie zusammenzupassen. Interessant auch die Zahlen für Explosionen in Raffinerien, die gegen Ende der Seite angegeben werden: 1998: 29; 1999: 90; Januar 2000 (bis 22.): 64. Wie gesagt, interessant, aber auch hier würde sich die Frage stellen, wie Y2K bereits 1999 zu einem markanten Anstieg geführt haben sollte. Wie soll man die Tatsache bewerten, dass im Moment das Erdöl mit etwa 28 Dollar pro Fass so teuer ist wie seit Jahren nicht mehr? Gut, es ist Winter, und in den USA sogar ein recht kalter, und damit der Verbrauch hoch. Die OPEC schafft es zudem seit einigen Monaten, eine gewisse Förderdisziplin einzuhalten, und hat sich erst kürzlich darauf geeinigt, dies mindestens noch ein paar Monate länger durchzuziehen. Andererseits wurde behauptet, es seien im Vorfeld von Y2K als Vorsichtsmassnahme zusätzliche Reserven angelegt worden, die jetzt, wenn es sie gäbe, langsam den Weg zurück in den Markt finden und da helfen könnten, den Preis in Schach zu halten. Gut möglich, dass die komplizierte Psychologie des weltweiten Erdölmarktes weit stärkeren Einfluss hat und solche Dinge schlicht verdeckt. Anyway, es stimmt mich nachdenklich, dass in folgender Meldung über eine sich entwickelnde Knappheit punkto Kerosin im US-Bundesstaat Maine unter http://www.portland.com/frnews/shortage0121.shtml zwar wie erwartet die Kälte als ein Grund dafür erwähnt wird, aber eben auch Probleme in zwei grossen Raffinerien und das Fehlen von Reserven als zwei weitere. Ich bin jedenfalls ehrlich gespannt, wie die Sache weitergeht. Wenn - grosses "Wenn" - die Erdölindustrie doch wider Erwarten ein Y2K-bedingtes Problem mit ihren "embedded systems" haben sollte, werden wir das wohl recht bald wissen. Und wenn nicht - tja, wenn nicht, ist es auch gut! |
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| Montag, 24. Januar 2000 | Medien? | |
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Mein Jahr-2000-Phänomen für heute wurde zwar schon vor etwas mehr als einer Woche gemeldet, tut es aber immer noch, um es hier weiterzugeben, unter anderem, um zu zeigen, dass es auch das gibt: In einigen Gemeinde- und Regional-Verwaltungen in den USA führt man im Moment gewisse Dinge nicht mit dem Computer aus, sondern von Hand. Es geht dabei um Dinge aus dem Bereich der Steuern (Veranlagung, Rückerstattung), Lohnzahlungen an Beamte und Lehrer und um (bisher) computerisierte Auskunfts-Systeme, etwa für Grundstücke. Grund sind Computersysteme, die wegen Jahr-2000-Problemen noch nicht fertig überarbeitet sind oder nach Wieder-Inbetriebnahme noch so viele Fehler aufweisen, dass damit nicht vernünftig zu arbeiten ist. Siehe http://www.roanoke.com/roatimes/news/story86445.html. Ich denke mir übrigens, dass im Bereich von öffentlichen Verwaltungen wie den hier angesprochenen noch ein gewisses Potential für Probleme liegt, die erst nach und nach ans Licht kommen, ganz einfach darum, weil viele Vorgänge wie etwa Veranlagungen oder Genehmigungsverfahren "von Natur aus" gewisse Zeit dauern und sie schon eine ganze Menge Zeit mehr dauern müssen, bis es wirklich auffällt und schliesslich nicht mehr zu verheimlichen ist, dass etwas nicht läuft. Und nun ein paar Gedanken zu den Medien und Y2K: Wie wird das wahrscheinlich weitergehen mit den Medien und ihrer Berichterstattung über Dinge rund um Y2K? Wird dieses Thema in Kürze der Vergessenheit anheimfallen, oder werden die Medien aufmerksam bleiben und über Probleme berichten, wenn welche auftreten sollten? Die Meinung, die ich mir dazu gebildet habe, nach einigen e-mails von Lesern und nach dem Lesen von Usenet-Postings zu diesem Thema, lässt sich kurz so skizzieren: Ganz generell brauchen die Medien Nachrichten, die auffallen, und das sind nun mal leider vor allem schlechte Nachrichten. Wenn irgendwo nennenswerte verzögerte Jahr-2000-Probleme auftauchen sollten, glaube ich, spricht für die Medien kaum etwas dagegen, sofort darüber zu berichten, aber aus den genannten Grund viel dafür. Stellt sich höchstens die Frage, welchen Stellenwert sie den Y2K-Aspekten der Sache einräumen werden. Neben der allgemeinen Präferenz für schlechte Nachrichten kann es für gewisse Medien wie etwa Zeitungen noch eine zweite Motivation geben, der Berichterstattung über auftauchende Jahr-2000-Probleme grosszügig Platz einzuräumen. Einige Zeitungen, vor allem in den USA, haben sich mit ihrer Berichterstattung über Y2K ziemlich aus dem Fenster gelehnt, weil sie in einer pessimistischen und warnenden Weise darüber geschrieben haben. Nun haben sie ein gewisses Problem mit ihrem Ruf und ihrer Glaubwürdigkeit, wie das nach dem bisherigen Verlauf der Dinge für alle gilt, die gewarnt und etwas schwarzgemalt haben (kommt mir auch irgendwie bekannt vor, diese Sache...). Wenn sich darum eine Gelegenheit bietet, den Leuten zu zeigen, dass die Sache so harmlos doch nicht war bzw. ist und darum die pessimistische Berichterstattung des letzten Jahres ihre Berechtigung hatte, werden die betreffenden Medien diese Gelegenheit ergreifen. |
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